Der ständige Einfluss von Ebbe und Flut macht die Böden in Bremerhaven zu einer besonderen Herausforderung. Die weichen Klei- und Torfschichten unter einer dünnen Sanddecke erfordern bei der Bemessung von Rammpfählen eine genaue Kenntnis des Schichtaufbaus. Gerade im Hafengebiet mit seinen historischen Auffüllungen und wechselnden Grundwasserständen kann man sich nicht auf Standardtabellen verlassen. In unserer täglichen Arbeit kombinieren wir daher die Ergebnisse aus Sondierungen und Drucksondierungen, um die Mantelreibung und den Spitzenwiderstand realitätsnah zu berechnen. Ergänzend dazu führt ein geotechnisches Gutachten die Einzelnachweise zusammen und liefert die Grundlage für die statische Berechnung der Gründung.

Die wechselnde Schichtung aus Klei, Torf und Sand erfordert eine Pfahlbemessung, die jeden Meter Bohrkern neu bewertet.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Der Ausbau Bremerhavens zur Hafenstadt im 19. Jahrhundert hat tiefe Spuren im Untergrund hinterlassen. Alte Kaimauern, verfüllte Hafenbecken und unkontrollierte Auffüllungen mit Bauschutt und Hausmüll sind keine Seltenheit. Bei der Bemessung von Rammpfählen stoßen wir immer wieder auf Hindernisse wie Holzpfähle oder Mauerreste, die die Rammbarkeit beeinträchtigen. Wird das nicht vorher durch ausreichende Vorerkundung mit Rammkernsondierungen oder Georadar erfasst, droht eine Rammunterbrechung mit hohen Stillstandskosten. Unser Team empfiehlt daher vor jeder größeren Rammung eine orientierende Baugrunderkundung mit mindestens drei Aufschlüssen je Bauwerk, um die Heterogenität des Bremerhavener Untergrundes zuverlässig zu erfassen.
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Geltende Normen
DIN EN 1997-1 (Eurocode 7) mit nationalem Anhang, EA-Pfähle (2012) – Empfehlungen des Arbeitskreises Pfähle, DIN 1054 (2010) – Baugrund, Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau, DIN EN 12699 – Ausführung von Rammpfählen
Zugehörige Fachleistungen
Baugrunderkundung für Rammpfähle
Durchführung von Rammkernsondierungen, Drucksondierungen (CPT) und Bohrlöchern bis 25 m Tiefe, speziell abgestimmt auf die Bemessung von Rammpfählen in Klei- und Torfböden.
Dynamische und statische Pfahlprobebelastungen
Vor-Ort-Prüfungen nach EA-Pfähle, mit Auswertung der Rammdiagramme und Ermittlung der charakteristischen Tragfähigkeit für die statische Berechnung.
Standsicherheitsnachweise und Gründungsberatung
Erstellung von Nachweisen der Tragfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit nach Eurocode 7, inklusive Setzungsprognosen und Empfehlungen zur Pfahlart und -länge.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Welche Pfahlart eignet sich am besten für den Bremerhavener Untergrund?
Stahlbeton-Fertigpfähle mit quadratischem Querschnitt (30–45 cm Kantenlänge) oder Stahlrohrpfähle mit Spitze sind am gebräuchlichsten. In weichen Kleischichten ohne tragfähigen Sand in 10–15 m Tiefe setzen wir oft Stahlrohrpfähle, die durch die Mantelreibung im Sand die erforderliche Tragfähigkeit erreichen.
Wie viele Pfähle muss ich in Bremerhaven mindestens probebelasten?
Die EA-Pfähle empfehlen je Baugrundklasse und Bauwerkskategorie drei dynamische Probebelastungen pro angefangene 50 Pfähle. Bei sehr heterogenen Böden wie im Fischereihafen erhöhen wir die Anzahl auf fünf Probebelastungen, um die Streuung auszugleichen.
Was kostet eine Bemessung von Rammpfählen in Bremerhaven?
Die Kosten für die Bemessung von Rammpfählen in Bremerhaven liegen zwischen 1.180 und 3.460 Euro, abhängig von der Anzahl der Pfähle, der erforderlichen Vorerkundung und der Komplexität der statischen Nachweise. Bei mehr als 20 Pfählen sinkt der Preis pro Pfahl deutlich.
Wann brauche ich eine dynamische Probebelastung und wann reicht eine statische Berechnung?
Eine dynamische Probebelastung ist dann Pflicht, wenn die geplanten Pfähle in weichen Böden mit wechselnder Schichtung gerammt werden oder wenn die Tragfähigkeit rechnerisch nicht eindeutig nachgewiesen werden kann. Bei homogenen Sandböden reicht in der Regel die statische Berechnung nach EA-Pfähle aus.