Die Nordseeküste prägt Bremerhaven. Hohe Grundwasserstände, weiche Klei- und Torfschichten und salzhaltige Luft setzen der Infrastruktur zu. Für die Bemessung starrer Fahrbahnen bedeutet das: Die Tragfähigkeit des Untergrunds variiert auf kurzer Distanz enorm. Wo ein Abschnitt auf Sand läuft, liegt der nächste auf organischem Schluff. Eine pauschale Bauklasse nach RStO greift hier zu kurz. Wir kombinieren daher Plattendruckversuche mit einer Klassifikation der Bodengruppen nach DIN 18196. Nur so lassen sich die Betondecke und die Frostschutzschicht wirklich auf den Standort abstimmen. Fehler in der Schichtdicke rächen sich später durch Risse und Kantenabbrüche.

In Bremerhaven entscheidet der lokale Untergrund über die Bauklasse – nicht die RStO pauschal. Plattendruckversuche vor Ort sind unverzichtbar.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Der häufigste Fehler in Bremerhaven: Die Bauklasse wird nach RStO pauschal festgelegt – ohne lokale Untergrunderkundung. Dann fehlt die Frostschutzschicht oder die Betondecke ist zu dünn. Nach zwei Wintern entstehen Kantenabbrüche und Risse. Das Wasser dringt ein, der Frost hebt die Platte. Teure Sanierung. Unser Rat: Vor der Ausschreibung mindestens drei Schürfgruben pro Bauabschnitt anlegen und den Ev2-Wert messen. Das kostet wenig im Vergleich zu einer vorzeitigen Fahrbahnerneuerung.
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RStO 12 (Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaues von Verkehrsflächen), ZTV SoB-StB (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für den Bau von Schichten ohne Bindemittel), DIN 18196 (Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke), TP BF-StB (Technische Prüfvorschriften für Boden und Fels im Straßenbau)
Zugehörige Fachleistungen
Schürfgruben und Rammsondierungen
Aufschluss bis 4 m Tiefe mit Bagger. Entnahme von gestörten und ungestörten Proben. Bestimmung der Schichtfolge und Wasserführung.
Plattendruckversuch (Ev2/Ev1)
Statischer Lastplattenversuch nach DIN 18134 auf jeder Tragschicht. Liefert den Verformungsmodul und die Verdichtungskontrolle.
CBR- und Frostkoffernachweis
Labor-CBR nach DIN 18137 mit 4-tägiger Quellung. Berechnung der erforderlichen Frostschutzschichtdicke nach RStO.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Welche Bauklasse nach RStO gilt für Hauptverkehrsstraßen in Bremerhaven?
Für Hauptverkehrsstraßen in Bremerhaven ist meist die Bauklasse BK10 (Bemessung 10 Mio. Achslastübergänge) oder BK3,2 anzusetzen. Entscheidend ist jedoch die örtliche Verkehrsbelastung. Wir empfehlen eine Verkehrszählung oder die Daten der Straßenverkehrszählung (SVZ) heranzuziehen. Die Bauklasse bestimmt die Mindestdicke der Betondecke und der Frostschutzschicht.
Was kostet eine geotechnische Erkundung für eine starre Fahrbahn in Bremerhaven?
Der Kostenrahmen für eine geotechnische Erkundung zur Bemessung starrer Fahrbahnen in Bremerhaven liegt zwischen 1.920 € und 6.180 €. Der genaue Betrag hängt von der Anzahl der Aufschlusspunkte, der Tiefe der Sondierungen und dem Umfang der Laborversuche ab. Für eine typische Straßentrasse mit drei Schürfgruben und Plattendruckversuchen sollten Sie etwa 3.500 € einplanen.
Welche Rolle spielt der Frostkoffer bei der Bemessung starrer Fahrbahnen in Bremerhaven?
In Bremerhaven mit seinen weichen Klei- und Torfböden ist der Frostkoffer entscheidend. Er schützt die Betondecke vor Frosthebungen. Die Dicke des Frostkoffers wird aus der Frostempfindlichkeitsklasse des Untergrunds (F2/F3) und der Bauklasse ermittelt. Bei F3-Böden sind mindestens 50 cm Frostschutzschicht erforderlich. Eine unzureichende Frostsicherung führt zu Rissen und Kantenabbrüchen.