Das Prüflabor in Bremerhaven setzt für den Proctor-Versuch einen motorgetriebenen Stampfer mit Fallgewicht ein, der das genormte Verdichtungsgerät nach DIN 18127 exakt abbildet. Die Probe wird in einem Zylinder mit 100 mm Durchmesser in drei Lagen eingebracht; jede Lage erhält bei der normalen Proctorprüfung 25 Schläge, beim modifizierten Verfahren 56 Schläge mit schwererem Rüttler. Anschließend wird der Wassergehalt jeder verdichteten Probe bestimmt und die Trockendichte berechnet. So entsteht die charakteristische Proctorkurve, die den optimalen Wassergehalt und die maximale Trockendichte des Bodens angibt. Um die Ergebnisse für die Baupraxis nutzbar zu machen, wird der Versuch mit einer Klassifikation der Bodenarten nach DIN 18196 verknüpft; nur so lassen sich die ermittelten Kennwerte auf die konkrete Einbausituation in Bremerhaven übertragen.

Der modifizierte Proctor-Versuch simuliert eine um rund 30 % höhere Verdichtungsenergie als das normale Verfahren – entscheidend für Hafenterminals in Bremerhaven.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Bremerhaven liegt im Tidebereich der Weser und hat mit einem mittleren Grundwasserstand von 1,5 m unter Geländeoberkante zu kämpfen. Bei Hochwasserereignissen kann der Wasserstand kurzfristig auf 0,5 m unter GOK ansteigen. Wird der Proctor-Versuch ohne Berücksichtigung dieser hohen Wassergehalte durchgeführt, liefert die Proctorkurve einen zu optimistischen Wassergehalt. Die Folge: Auf der Baustelle wird der Boden mit zu niedrigem Wassergehalt eingebaut, die Verdichtung bleibt hinter den Anforderungen zurück, und es kommt zu Setzungen oder Frostschäden. Das Labor in Bremerhaven simuliert daher im modifizierten Proctor-Versuch die realen Einbaubedingungen bei hohem Wassergehalt und gibt klare Grenzwerte für den Einbau vor. Ohne diese angepasste Prüfung riskieren Sie zeitaufwendige Nachverdichtungen oder teure Bodenaustauschmaßnahmen.
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DIN 18127:2012 – Proctorversuch (normal und modifiziert), DIN 18196 – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke, DIN EN ISO/IEC 17025 – Akkreditierungsvorgaben für Prüflabore, ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen für Erdarbeiten im Straßenbau
Zugehörige Fachleistungen
Proctor-Versuch normal (DIN 18127-1)
Standardprüfung für Erdbaumaßnahmen mit geringer bis mittlerer Belastung: 3 Lagen, 25 Schläge pro Lage. Geeignet für Hinterfüllungen, Böschungen und einfache Tragschichten.
Proctor-Versuch modifiziert (DIN 18127-2)
Höhere Verdichtungsenergie für stark belastete Bereiche wie Hafenterminals, Industrieflächen und Straßen in Bremerhaven. 5 Lagen, 56 Schläge pro Lage mit schwerem Fallgewicht.
Bodenansprache und Probenvorbereitung
Vor dem Proctor-Versuch wird jede Bodenprobe nach DIN 18196 klassifiziert, der Wassergehalt bestimmt und gegebenenfalls aufbereitet. Inklusive Siebanalyse zur Bestimmung des Grobanteils.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Welcher Proctor-Versuch ist für mein Bauvorhaben in Bremerhaven der richtige?
Für Standard-Erdarbeiten wie Hausgärten oder leichte Hinterfüllungen reicht der normale Proctor-Versuch nach DIN 18127-1. Für Hafenterminals, Straßen oder andere stark belastete Flächen in Bremerhaven ist der modifizierte Proctor-Versuch mit höherer Verdichtungsenergie erforderlich. Das Labor berät Sie auf Basis der Bodenart und der geplanten Nutzung.
Wie lange dauert ein Proctor-Versuch im Labor?
Ein einzelner Proctor-Versuch inklusive Probenvorbereitung und Wassergehaltsbestimmung dauert etwa 4–6 Stunden. Für eine vollständige Proctorkurve mit 5–7 Einzelversuchen rechnen Sie mit 2–3 Arbeitstagen. Das Labor in Bremerhaven bietet Express-Service gegen Aufpreis an.
Kann der Proctor-Versuch auch auf der Baustelle durchgeführt werden?
Ja, das Labor führt den Proctor-Versuch mit mobilen Geräten direkt auf der Baustelle in Bremerhaven durch. Voraussetzung ist ein stabiler Untergrund und ausreichend Platz für den Stampfer. Die Feldprüfung folgt denselben Normen wie die Laborprüfung und ermöglicht eine sofortige Anpassung der Verdichtungsarbeiten.
Was kostet ein Proctor-Versuch in Bremerhaven?
Die Kosten für einen Proctor-Versuch (normal oder modifiziert) liegen zwischen 110 und 190 Euro pro Prüfung, abhängig von der Anzahl der Einzelversuche und der Komplexität der Bodenprobe. Für größere Projekte mit mehreren Prüfungen bietet das Labor Mengenrabatte an. Eine exakte Kostenschätzung erhalten Sie nach Angabe der Bodenart und des Prüfumfangs.