Wer in Bremerhaven regelmäßig unterwegs ist, kennt den Unterschied zwischen der stark befahrenen B 212 und ruhigeren Wohnstraßen im Stadtteil Lehe. Während die Bundesstraße durch Schwerlastverkehr tiefe Spurrillen und Netzrisse aufweist, zeigen Anliegerstraßen oft setzungsbedingte Verformungen. Eine systematische Bewertung bestehender Fahrbahnen ist daher der erste Schritt, bevor über Sanierung oder Erneuerung entschieden wird. In Bremerhaven mit seinem hohen Grundwasserstand und den weichen Marschböden kommen zur Zustandserfassung visuelle Aufnahmen, Fallgewichtsversuche und ergänzend ein geophysikalisches GPR-Mapping zur Ortung von Hohlräumen unter der Deckschicht zum Einsatz.

Die Kombination aus FWD-Messung, Kernbohrung und CBR-Wert liefert ein belastbares Gesamtbild des Fahrbahnzustands – noch vor der Sanierungsplanung.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Der hohe Grundwasserstand in Bremerhaven und die Weichschichten aus Klei und Torf in den Marschgebieten bergen ein spezifisches Risiko: Setzungsunterschiede unter der Fahrbahn entstehen oft nicht durch die Deckschicht selbst, sondern durch langsame Konsolidation des Untergrunds. Eine Bewertung bestehender Fahrbahnen ohne Berücksichtigung der geotechnischen Randbedingungen führt daher zu Sanierungskonzepten, die nach wenigen Jahren erneut versagen. Besonders kritisch sind Übergangsbereiche zwischen Geest und Marsch, wo der Schichtenwechsel zu ungleichem Tragverhalten führt. Hier empfiehlt sich die ergänzende Untersuchung mit Rammsondierungen oder Drucksondierungen zur genauen Erfassung der Bodenschichtung.
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Geltende Normen
ZTV ZEB-StB (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen zur Zustandserfassung von Fahrbahnen), DIN EN 12697 (Asphalt – Prüfverfahren für Heißasphalt), TP BF-StB (Technische Prüfvorschriften für Boden und Fels im Straßenbau)
Zugehörige Fachleistungen
Visuelle und messtechnische Zustandserfassung
Begehung der Fahrbahn nach ZTV ZEB-StB, Erfassung von Rissen, Flickstellen, Verformungen und Oberflächentextur. Zusätzlich punktuelle FWD-Messungen zur Bestimmung der Tragfähigkeit und Aufnahme von Kernbohrungen an repräsentativen Stellen.
Geotechnische Bewertung des Untergrunds
Ergänzende Untersuchung des Baugrunds unter der Fahrbahn mittels Baggerschürfen und Rammsondierungen. Ziel ist die Bewertung der Tragfähigkeit des Untergrunds und die Identifikation von weichen Schichten, die zu Setzungen führen können.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Wie lange dauert eine Bewertung bestehender Fahrbahnen in Bremerhaven?
Die reine Messkampagne vor Ort dauert bei einer typischen Streckenlänge von 500 m etwa zwei bis drei Tage. Hinzu kommen die Laborauswertung der Kernbohrungen und die Erstellung des Berichts, sodass mit einer Gesamtdauer von ein bis zwei Wochen zu rechnen ist.
Welche Schäden lassen sich mit der visuellen Zustandserfassung erkennen?
Typische Schadensbilder sind Netzrisse, Längs- und Querrisse, Ausmagerungen, Spurrinnen, Flickstellen und Abplatzungen. Die Klassifizierung erfolgt nach den Kriterien der ZTV ZEB-StB und dient als Grundlage für die Priorisierung von Sanierungsmaßnahmen.
Wann ist eine Kernbohrung statt einer visuellen Erfassung notwendig?
Eine Kernbohrung wird dann zwingend, wenn die Schichtdicke der Asphaltdecke unbekannt ist oder wenn Verdacht auf mangelnde Verklebung zwischen den Schichten besteht. Auch bei unklaren Rissmustern liefert der Bohrkern Aufschluss über die Schichtenfolge und den Bindemittelzustand.
Was kostet eine Bewertung bestehender Fahrbahnen in Bremerhaven?
Der Kostenrahmen für eine standardisierte Untersuchung mit visueller Erfassung, FWD-Messung und zwei Kernbohrungen liegt zwischen 1.200 und 3.920 Euro, abhängig von Streckenlänge und erforderlichem Untersuchungsumfang.