Die DIN 18130-1 definiert die Durchführung von Feldversuchen zur Bestimmung der Wasserdurchlässigkeit von Böden und Fels. In Bremerhaven, das im Mündungsbereich der Weser liegt, sind die Grundwasserverhältnisse durch Gezeiten und wechselnde Salzgehalte geprägt. Daher setzen wir den Lefranc- oder Lugeon-Versuch gezielt ein, um den Durchlässigkeitsbeiwert (kf-Wert) für Baugruben, Deichanlagen oder Gründungen zu ermitteln. Vor großen Bauprojekten ergänzen wir die Messung oft durch einen Dichtesondierungen mit der Plattendruckversuch, um die Tragfähigkeit direkt zu prüfen.

Der kf-Wert aus dem Feldversuch ist die Basis für jede Wasserhaltung – besonders in Bremerhavens tidebeeinflusstem Grundwasserregime.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Die Salzwasserintrusion und wechselnde Porenwasserdrücke in Bremerhaven erschweren die Interpretation von Durchlässigkeitsversuchen. Besonders bei tidebeeinflussten Grundwasserständen können instationäre Verhältnisse die Ergebnisse verfälschen. Unser Team berücksichtigt deshalb den aktuellen Wasserstand und führt ggf. Wiederholungsmessungen durch. Ohne angepasste Versuchsdurchführung riskiert man Fehleinschätzungen – mit Folgen für die Standsicherheit von Baugruben und Deichen.
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DIN 18130-1:1998-05, DIN 4020:2010-12, Eurocode 7 (EN 1997-2:2007)
Zugehörige Fachleistungen
Lefranc-Versuch (instationär)
Geeignet für sandige und kiesige Böden; schnelle Messung des kf-Wertes durch Absenken oder Aufstauen des Wasserstands im Bohrloch.
Lugeon-Versuch (Stufen)
Für klüftige Gesteine oder bindige Böden; gesteuerte Wasserdruckstufen messen die Aufnahme und liefern den Durchlässigkeitsbeiwert.
Doppelpacker-System
Isolierung von Prüfabschnitten in tieferen Bohrlöchern; ermöglicht gezielte Messungen in mehreren Tiefenlagen.
Dauerbeobachtung & Auswertung
Automatische Datenerfassung über Druckaufnehmer und Auswertung nach DIN 18130-1 inklusive grafischer Darstellung.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Wie unterscheiden sich Lefranc- und Lugeon-Versuch?
Der Lefranc-Versuch arbeitet instationär – der Wasserstand steigt oder fällt frei. Der Lugeon-Versuch verwendet gestufte Wasserdrücke und ist für klüftiges Gestein oder gering durchlässige Böden ausgelegt. In Bremerhaven wählen wir je nach Schichtung und Grundwasserverhältnissen das passende Verfahren.
Warum ist der kf-Wert in Bremerhaven besonders wichtig?
Die Stadt liegt im tidebeeinflussten Weserästuar. Grundwasserstände schwanken täglich, und Salzwasser dringt in tiefere Schichten ein. Ohne genauen kf-Wert sind Wasserhaltungen oder Dichtwände nicht sicher zu dimensionieren – das Risiko von Baugrubenversagen oder Salzwasserintrusion steigt.
Welche Kosten entstehen für einen Felddurchlässigkeitsversuch?
Die Kosten für einen Lefranc- oder Lugeon-Versuch liegen in Bremerhaven zwischen 620 und 1070 Euro pro Prüfabschnitt, abhängig von Bohrtiefe, Anzahl der Messstufen und Zugänglichkeit. Bei größeren Projekten mit mehreren Abschnitten sinkt der Stückpreis.
Wie lange dauert ein Felddurchlässigkeitsversuch?
Ein einzelner Lefranc-Versuch ist in 2–4 Stunden abgeschlossen. Der Lugeon-Versuch mit mehreren Druckstufen benötigt 4–6 Stunden pro Abschnitt. In Bremerhaven verlängern sich die Zeiten bei schwieriger Zugänglichkeit oder tidebedingten Wartezeiten.