GEOTECHNIK
Bremerhaven, Germany
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In-Situ-Prüfungen in Bremerhaven

In-Situ-Prüfungen in Bremerhaven liefern verformungs- und festigkeitsrelevante Bodenkennwerte direkt im Baugrund, unverzichtbar angesichts der heterogenen Marsch- und Beckensedimente der Wesermündung. Die lokale Geologie mit weichen Klei- und Torfschichten sowie darunter anstehenden Sanden verlangt verformungsgestützte Verfahren gemäß DIN 4094 und den Empfehlungen des Arbeitskreises Baugrund der Hafengesellschaft. Der Flachdilatometer-Versuch (DMT) erfasst horizontale Spannungen und Steifigkeitsprofile in geringmächtigen Weichschichten, während der Ménard-Druckversuch (Druckmesserversuch) lastabhängige Verformungsmoduln für Flachgründungen und Baugrubenwände liefert.

Hafenerweiterungen, Windenergievorhaben und Hochwasserschutzbauwerke erfordern zwingend kombinierte In-Situ-Verfahren, um Setzungen und Tragfähigkeit wirklichkeitsnah zu prognostizieren. Für die Beurteilung von Aushubsohlen und die Dimensionierung wasserdichter Verbauwände ist der Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) das maßgebende Werkzeug. Der Feld-Flügelscherversuch (Vane Shear Test) ergänzt die Erkundung, indem er die undränierte Scherfestigkeit empfindlicher bindiger Böden unmittelbar misst und so die Standsicherheit von Dämmen und Spundwänden absichert.

Illustratives Bild von Anclajes in Bremerhaven
Bei weichen Kleiböden in Bremerhaven liegt der horizontale Bettungsmodul oft unter 5 MN/m³ – das verändert die Ankerauslegung grundlegend.

Methodik und Umfang

In Bremerhaven dominieren holozäne Weichschichten mit einer Mächtigkeit von bis zu 20 Metern. Die Grundwasseroberfläche liegt oft nur 1,5 bis 2,5 Meter unter Gelände. Das beeinflusst direkt die Wahl der Ankerart: Aktive Verankerungen erzeugen eine Vorspannung, die Setzungen minimiert – ideal für innerstädtische Baugruben. Passive Verankerungen aktivieren sich erst durch Verformung und eignen sich für temporäre Sicherungen. Ein wichtiger Parameter ist der horizontale Bettungsmodul, der hier aufgrund der geringen Steifigkeit der Kleiböden niedrig ausfällt. Unser Team ermittelt diesen Wert mittels Pressiometerversuchen direkt vor Ort. Die Kombination aus Feld- und Laborversuchen garantiert eine realitätsnahe Bemessung.

Lokale Besonderheiten

Ein reales Szenario: Für eine Baugrube in der Bremerhavener Innenstadt, nahe der Geeste, wurde eine temporäre Verbauwand mit passiven Verankerungen geplant. Die ersten Probebelastungen zeigten ein unerwartet hohes Kriechverhalten. Ursache war eine bis dahin unerkannte Torfschicht in 8 Metern Tiefe. Die aktive/passive Verankerungsbemessung musste nachjustiert werden. Statt der geplanten 250 kN wurden Anker mit 400 kN Zugkraft eingebaut. Der Austausch der Anker und die Neubemessung kosteten Zeit und Geld. Deshalb führen wir vor jeder Bemessung eine gezielte Bohrlochaufnahme durch. So lassen sich Überraschungen wie diese vermeiden.

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Geltende Normen

DIN EN 1997-1:2004 (Eurocode 7) mit nationalem Anhang, DIN 1054:2021-04 (Baugrund – Sicherheitsnachweise), DIN EN 1537:2010 (Verpressanker – Ausführung und Prüfung), EA-Pfähle (Empfehlungen des Arbeitskreises Pfähle), DIN 4093 (Bodenverfestigungen und Verankerungen)

Zugehörige Fachleistungen

01

Bemessung aktiver Verpressanker

Planung und Nachweis von vorgespannten Dauerankern gemäß DIN EN 1537. Inklusive Kriechversuche und Tragfähigkeitsermittlung.

02

Bemessung passiver Verankerungen

Auslegung von nicht vorgespannten Ankern für temporäre Baugruben und Böschungssicherungen. Berücksichtigung der geringen Steifigkeit der Kleiböden.

03

Probebelastungen und Überwachung

Durchführung von Eignungs- und Abnahmeprüfungen an Ankern. Kontinuierliche Messung der Ankerkräfte während der Bauphase.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
Bemessungslebensdauer50 Jahre (Daueranker) / 2 Jahre (temporär)
Ankerneigung15° bis 45° gegenüber der Horizontalen
Bohrlochdurchmesser100 mm bis 200 mm
Verpresskörperdurchmesser150 mm bis 300 mm
Charakteristische Ankerkraft (Rk)200 kN bis 1.200 kN
Kriechmaß (k₁)< 2 mm bei aktiven Verankerungen nach DIN EN 1537

Häufige Fragen

Was kostet eine aktive/passive Verankerungsbemessung in Bremerhaven?

Die Kosten für eine Verankerungsbemessung liegen je nach Komplexität zwischen 860 und 3.260 Euro. Der Preis variiert mit der Anzahl der Anker, der erforderlichen Probebelastungen und der Tiefe der Bohrungen. Bei weichen Böden mit Torfeinlagerungen kann der Aufwand steigen.

Welche Bodenparameter sind für die Bemessung in Bremerhaven entscheidend?

Der horizontale Bettungsmodul (k_h) und die undrainierte Scherfestigkeit (c_u) sind die wichtigsten Kennwerte. In den tonig-schluffigen Kleischichten liegt c_u oft zwischen 10 und 40 kN/m². Der Bettungsmodul wird durch Pressiometerversuche ermittelt und liegt häufig unter 10 MN/m³.

Wann verwendet man aktive, wann passive Verankerungen?

Aktive Verankerungen werden bei dauerhaften Bauwerken und wenn Verformungen minimiert werden müssen – zum Beispiel bei Gebäuden in der Bremerhavener Innenstadt. Passive Verankerungen eignen sich für temporäre Sicherungen, bei denen geringe Bewegungen tolerierbar sind, etwa bei Baugruben auf unbebautem Grund.

Welche Normen gelten für Verpressanker in Deutschland?

Die wesentlichen Regelwerke sind DIN EN 1537 für die Ausführung und Prüfung, DIN EN 1997-1 mit nationalem Anhang für die geotechnische Bemessung sowie DIN 1054 für die Sicherheitsnachweise. Für die Korrosion von Dauerankern ist zusätzlich die DIN 4093 zu beachten.

Wie lange dauert eine Verankerungsbemessung in Bremerhaven?

Eine einfache Bemessung für fünf bis zehn Anker ist in 1 bis 2 Arbeitstagen abgeschlossen. Komplexe Projekte mit Probebelastungen und mehreren Bohrungen benötigen 5 bis 10 Tage. Die Dauer hängt auch von der Verfügbarkeit der Bodendaten ab.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Bremerhaven.

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Verfügbare Leistungen

Flachdilatometer-Versuch (DMT)

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Ménard-Druckversuch (Druckmesserversuch)

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Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon)

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Feld-Flügelscherversuch (Vane Shear Test)

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