GEOTECHNIK
Bremerhaven, Germany
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Schürfgrube in Bremerhaven – Erkundung für den Hafenboden

Als wir für einen Logistikneubau im Fischereihafen eine Baugrube öffneten, kam direkt unter der Asphaltdecke ein Gemisch aus Torf, Klei und Sand zum Vorschein. Genau hier liegt die Herausforderung in Bremerhaven: Der Boden wechselt auf kurzer Distanz zwischen weichplastischen marinen Sedimenten und aufgefüllten Hafenflächen. Eine Schürfgrube gibt uns die Möglichkeit, diese Schichtung mit eigenen Augen zu sehen und zu beurteilen, wo tragfähiger Baugrund beginnt. Vor jeder Sondierbohrung legen wir die Grube so an, dass spätere Ramm- oder Drucksondierungen optimal positioniert werden können. Bei Bedarf kombinieren wir die visuelle Ansprache mit einem georadar, um Auffälligkeiten im Untergrund großflächig zu kartieren, bevor die Sondierungen starten.

Illustratives Bild von Calicatas exploratorias in Bremerhaven
In Bremerhaven wechselt der Boden auf kurzer Distanz zwischen Torf, Klei und Sand – die Schürfgrube zeigt, was wirklich im Untergrund steckt.

Methodik und Umfang

Die DIN 4020 und die aktuelle DIN EN 1997-2 (Eurocode 7) fordern für Schürfgruben eine lückenlose Schichtbeschreibung und Fotodokumentation. In Bremerhaven ist das besonders relevant, weil alte Spundwände, Drainageleitungen oder Bunkerreste oft erst beim Graben sichtbar werden. Unser Team arbeitet nach folgenden Schritten:
  • Freimessen des Ansatzpunktes mit GPS und Sicherung der Leitungen
  • Baggeröffnung in Stufen von 0,5 m mit seitlicher Lagerung des Aushubs
  • Klassifikation nach DIN 4023 und Entnahme von Eimerproben
  • Einbau einer Dichtungssohle aus Geotextil zur Trockenhaltung während der Aufnahme
Die Grube bleibt maximal einen Arbeitstag offen – das reicht für alle Messungen und Proben. Den Aushub verwenden wir lagenweise für die Wiederverfüllung, verdichtet auf 97 Prozent Proctordichte nach DIN 18127.

Lokale Besonderheiten

Ein häufiger Fehler in Bremerhaven ist es, die Schürfgrube nur bis zum ersten Grundwasseranschnitt zu treiben. Dann fehlt die Information über die Mächtigkeit der bindigen Deckschicht. Baut man später eine Flachgründung auf diesen Horizont, sackt das Bauwerk beim Absinken des Grundwasserspiegels ungleichmäßig ab. Wir öffnen die Grube grundsätzlich bis zum gewachsenen Sand oder bis zur wasserführenden Schicht – notfalls mit einer Sümpfungspumpe und standsicheren Verbau. Nur so erhalten wir die Daten, die für die Tragfähigkeitsermittlung nötig sind.

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Geltende Normen

DIN 4020 (Geotechnische Untersuchungen), DIN EN 1997-2 (Eurocode 7 – Erkundung und Prüfung), DIN 4023 (Zeichnerische Darstellung von Schichten), DIN 18127 (Proctorversuch)

Zugehörige Fachleistungen

01

Sondierbohrung und Rammsondierung

Tiefe Aufschlüsse bis 20 m mit DPH oder schwerer Rammsonde zur Ergänzung der Grubenbefunde.

02

Bodenklassifikation nach DIN 4023

Feldansprache aller Schichten mit Farbe, Konsistenz, Korngröße und organischen Anteilen.

03

Wasserdruckmessung und Durchlässigkeit

Bestimmung des Grundwasserstandes und der Durchlässigkeit (kf-Wert) direkt in der Grube.

04

Probennahme fürs Labor

Gewinnung von gestörten und ungestörten Proben für Kornverteilung, Glühverlust und Triaxialversuch.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
Maximale Tiefe4,0 m (bei Grundwasser 2,5 m)
Abmessungen Sohle1,2 m x 2,5 m
Böschungswinkel45° bis 60° (je nach Bodenart)
ProbenentnahmeEimerproben, Störproben (10 l)
DokumentationSchichtprofil, Foto, Koordinaten
Anzahl pro Standort2-3 Gruben je 500 m² Grundfläche

Häufige Fragen

Bis in welche Tiefe kann eine Schürfgrube in Bremerhaven sinnvoll angelegt werden?

Bei den typischen weichen Böden in Bremerhaven (Klei, Torf) sind 3,0 bis 3,5 Meter die wirtschaftliche Grenze. Darunter steigt der Grundwasserdruck so stark, dass eine aufwändige Verbauung nötig wird. Für tiefere Horizonte setzen wir Sondierbohrungen oder Drucksondierungen ein.

Muss die Schürfgrube nach der Untersuchung besonders verfüllt werden?

Ja. Wir verfüllen lagenweise mit dem ursprünglichen Aushub, verdichten jede Lage auf 97 % Proctordichte. Bei organischen Böden (Torf) ersetzen wir den Aushub durch Sand-Kies-Gemisch, um Setzungen nach der Verfüllung zu vermeiden.

Wie lange dauert die Feldarbeit für eine Schürfgrube auf einem Hafengrundstück?

Für eine Standardgrube mit Bagger, Fotodokumentation und Probennahme rechnen wir mit vier bis fünf Stunden. Zwei bis drei Gruben pro Tag sind realistisch, wenn die Fläche zugänglich ist und keine Leitungen umverlegt werden müssen.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Bremerhaven.

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