Unser Team rückt in Bremerhaven mit dem schweren Lastwagen an, der eine vollhydraulische Ramme und ein mobiles Datenaufzeichnungssystem geladen hat. Die Maschine setzt den ersten Pfahl in den weichen, organischen Schichten der Wesermarsch – ein vertrauter Anblick für jeden, der hier schon einmal gebaut hat. Bevor wir jedoch die ersten Schläge setzen, führen wir eine detaillierte Pfahlgründungsbemessung durch. Dazu gehört die Auswertung von Sondierungen aus der Umgebung, die wir mit einem Cone Penetration Test ergänzen, um die Spitzendruck- und Mantelreibungswerte entlang der Pfahlachse punktgenau zu bestimmen. Die Daten fließen direkt in unser Berechnungsmodell nach Eurocode 7.

In den weichen Schichten der Wesermarsch entscheidet die präzise Mantelreibungsermittlung über die Wirtschaftlichkeit der gesamten Gründung.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Die DIN 1054:2021 schreibt für Pfahlgründungen in derart weichen Böden eine konservative Sicherheitsbeiwertstrategie vor – und das ist in Bremerhaven auch bitter nötig. Wir beobachten immer wieder, dass Setzungsdifferenzen zwischen benachbarten Pfählen auftreten, wenn die Schichtmächtigkeit des Torfs lokal um nur einen Meter variiert. Ein weiteres Risiko stellt die organische Substanz im Klei dar, die bei längerer Standzeit zu Kriechverformungen führt. Deshalb integrieren wir in jede Pfahlgründungsbemessung eine explizite Kriechberechnung nach DIN 4085.
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DIN EN 1997-1:2004 (Eurocode 7 – Entwurf, Berechnung und Bemessung), DIN 1054:2021 (Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau), DIN 4014 (Bohrpfähle – Herstellung, Bemessung und Tragverhalten), EA-Pfähle (Empfehlungen des Arbeitskreises Pfähle)
Zugehörige Fachleistungen
Statische und dynamische Pfahlprobebelastung
Durchführung von PDA-Tests (Pile Driving Analyzer) und statischen Probebelastungen nach DIN EN 1997-1, Anhang D. Auswertung der Tragfähigkeit und Setzungsprognose.
Bemessung von Bohr- und Rammpfählen
Detaillierte Nachweise für axiale und laterale Belastung, einschließlich Knick- und Beulsicherheit. Berücksichtigung von negativer Mantelreibung in Setzungszonen.
Setzungs- und Tragfähigkeitsanalyse
Berechnung der Pfahlkopfsetzung unter Gebrauchslast und der Bruchlast nach dem Verfahren von Berezantsev oder dem t-z-Verfahren. Integration von CPT-Daten.
Pfahlgruppen und kombinierte Pfahl-Plattengründungen (KPP)
Optimierung der Pfahlanordnung und Interaktion zwischen Pfählen und Bodenplatte. Nachweis der Gesamtstandsicherheit nach DIN 1054.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Welche Bodenverhältnisse sind in Bremerhaven für die Pfahlgründung besonders kritisch?
In Bremerhaven sind vor allem die mächtigen Torf- und Kleischichten sowie die darunter liegenden, locker gelagerten Sande kritisch. Diese Schichten weisen eine hohe Kompressibilität und geringe Scherfestigkeit auf, was zu großen Setzungen und geringer Mantelreibung führt. Eine Pfahlgründungsbemessung muss diese Heterogenität zwingend abbilden.
Wie wird die Mantelreibung in weichen Böden wie in Bremerhaven ermittelt?
Die Mantelreibung wird primär über CPT-Sondierungen (Spitzendruck qc und lokale Mantelreibung fs) sowie über Laborversuche an ungestörten Proben (Triaxial- und Scherversuche) bestimmt. In der Pfahlgründungsbemessung nach EA-Pfähle werden diese Werte mit Korrekturfaktoren für organische Böden beaufschlagt.
Was kostet eine Pfahlgründungsbemessung in Bremerhaven?
Eine vollständige Pfahlgründungsbemessung in Bremerhaven liegt im Bereich zwischen 1.560 € und 5.040 €. Der genaue Preis hängt vom Umfang der Sondierungen, der Anzahl der Pfahlvarianten und dem Aufwand für die Setzungsprognose ab.
Welche Normen gelten für die Pfahlbemessung in Deutschland und speziell in Bremerhaven?
Maßgeblich sind DIN EN 1997-1:2004 (Eurocode 7) und die nationale Ergänzung DIN 1054:2021. Für die Ausführung von Bohrpfählen gilt DIN 4014. Die EA-Pfähle geben zusätzliche Empfehlungen für die Bemessung in weichen Böden, wie sie in Bremerhaven typisch sind.