Ein häufiger Fehler bei Bauprojekten in Bremerhaven ist die Annahme, dass die Bodenschichten unter der dicken Auffüllung der Hafenbecken überall gleich tragfähig seien. Gerade in den ehemaligen Marschgebieten nördlich der Geeste wechseln Torflagen mit sandigen Kiesen, deren Tragverhalten sich nur mit einem SPT (Standard Penetration Test) präzise staffeln lässt. Wer auf reine Rammsondierungen vertraut, übersieht oft die Kornbruch-Effekte in den Mittel- bis Feinsanden der Weserterrassen. Der SPT liefert hier den ungestörten Eindringwiderstand N30 nach DIN EN ISO 22476-3, der für die Bemessung von Piloten und Flachgründungen unverzichtbar ist. In Bremerhaven, wo der Grundwasserspiegel selten tiefer als 1,5 m unter Gelände steht, ist die korrekte Probenahme für die Ansprache der organischen Zwischenlagen entscheidend.

Der N30-Wert aus dem SPT in Bremerhaven korreliert direkt mit der relativen Lagerungsdichte der quartären Sande und Kiese der Wesermarsch.
Methodik und Umfang
Lokale Besonderheiten
Ein konkretes Beispiel aus Bremerhaven: Für ein neues Containerterminal am Stromkaje wurde der Baugrund bis 12 m Tiefe mittels SPT erkundet. In den ersten drei Metern zeigte sich eine locker gelagerte Sandauffüllung mit N30-Werten unter 8. Ohne den SPT hätte man die darunter liegenden, dicht gelagerten Kiese der Niederterrasse (N30 > 40) fälschlicherweise als Gründungshorizont für eine Flachgründung angenommen. Die Setzungsdifferenz zwischen Auffüllung und Kies hätte zu ungleichen Sackungen der Kranbahn geführt. Der SPT deckte diese Schichtgrenze auf und ermöglichte eine Tiefgründung mittels Pfählen, die in den tragfähigen Kies einbinden. Das zeigt, wie risikobehaftet eine reine Erfahrungsabschätzung in Bremerhaven ist.
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DIN EN ISO 22476-3:2005 (SPT – Standard Penetration Test), DIN 4023 (Bohrprofile, Bodenansprache), DIN 18196 (Bodenklassifikation), Eurocode 7 (EN 1997-1:2004) – Geotechnische Bemessung
Zugehörige Fachleistungen
SPT mit Probenahme (gestört)
Durchführung nach DIN EN ISO 22476-3 mit Bergung der Bodenprobe aus dem Innenrohr. Geeignet für die Ansprache von Sanden, Kiesen und schluffigen Zwischenlagen der Weserterrassen.
SPT mit Energiemessung (EFV)
Kalibrierung der Schlagenergie mittels Dehnungsmessstreifen zur Korrektur des N30-Wertes. Notwendig für die direkte Korrelation mit Tragfähigkeitsdiagrammen nach DIN 1054.
SPT in wassergesättigten Böden
Einsatz eines Spülbohrverfahrens mit Ton-Zugabe zur Stabilisierung der Bohrlochwandung in den grundwassererfüllten Sanden des Bremerhavener Hafengebiets.
SPT für Pfahlbemessung
Ableitung der Pfahlmantelreibung und des Spitzenwiderstands aus den N30-Werten nach EA-Pfähle (2012). Anwendung für Pfähle in den quartären Sanden unter dem Kai.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Welche Kosten sind für einen SPT in Bremerhaven üblich?
Die Kosten für einen SPT liegen in Bremerhaven zwischen 490 und 700 Euro pro Ansatzpunkt inklusive Bohrung bis 5 m Tiefe und Dokumentation nach DIN 4023. Bei größeren Tiefen oder zusätzlicher Energiemessung steigt der Preis entsprechend.
Wie tief kann ein SPT in den Böden von Bremerhaven ausgeführt werden?
In den sandigen Kiesen der Weserterrassen sind Tiefen bis etwa 30 m realisierbar. Bei grobkiesigen oder steinigen Lagen, wie sie im Bereich der Altmoräne vorkommen, kann die Eindringtiefe auf 15 m begrenzt sein.
Welchen N30-Wert sollte man für eine Flachgründung in Bremerhaven mindestens erreichen?
Für ein Einfamilienhaus auf den Marschböden ist ein N30 von mindestens 15 erforderlich. Bei gewerblichen Bauten mit höheren Lasten werden N30 > 25 empfohlen. Liegt der Wert darunter, ist eine Tiefgründung oder Bodenverbesserung nötig.
Wann ist ein SPT gegenüber einer Rammsondierung (DPL/DPH) vorzuziehen?
Der SPT liefert zusätzlich zur Eindringzahl eine gestörte Bodenprobe, die für die Klassifikation nach DIN 18196 und die Bestimmung des organischen Anteils unverzichtbar ist. In den Torf- und Muddehorizonten Bremerhavens ist die Rammsondierung allein nicht ausreichend.
Kann der SPT in Grundwasser durchgeführt werden?
Ja, der SPT ist für wassergesättigte Böden ausgelegt. In Bremerhaven, wo der Grundwasserspiegel oft oberflächennah ansteht, wird das Bohrloch mit Spülbohrung oder Ton-Zugabe stabilisiert, um ein Nachbrechen der Sande zu verhindern.