In Bremerhaven stoßen wir bei Gründungen oft auf mächtige Torf- und Kleischichten aus der Marsch. Die weiche Konsistenz dieser Böden macht klassische Flachgründungen riskant. Hier setzen wir auf die Bemessung von Schottersäulen, um die Tragfähigkeit gezielt zu verbessern. Das Verfahren verdichtet den Boden durch Rüttelverdichtung und schafft steife Pfähle aus gebrochenem Korn. Die Last wird in tiefere, tragfähige Sandschichten abgetragen. In unserer Erfahrung lassen sich so Setzungen um bis zu 50 Prozent reduzieren. Voraussetzung ist eine präzise Bodenuntersuchung mit Rammkernsondierungen und Drucksondierungen, um die Schichtfolge entlang der Weser genau zu erfassen. Kombiniert mit einem Drainage- und Entwässerungskonzept beugen wir zudem langfristigen Hebungen durch Grundwasserschwankungen vor.

Durch die Kombination aus Rüttelverdichtung und Lastabtrag in tragfähige Sandschichten lassen sich Setzungen in der Marsch um mehr als die Hälfte reduzieren.
Methodik und Umfang
- Durchmesser: 0,6 bis 1,2 Meter
- Säulenabstand: 1,8 bis 3,5 Meter im Raster
- Ersatzflächenverhältnis: 10 bis 25 Prozent
- Bruchlast der Einzelsäule: 300 bis 800 kN
Lokale Besonderheiten
Die weichen Klei- und Torfschichten unter Bremerhaven reagieren empfindlich auf dynamische Belastung. Bei der Rüttelverdichtung kann es zu Porenwasserüberdruck kommen, der die Scherfestigkeit vorübergehend auf nahe Null senkt. Ohne Drainage entstehen Setzungen an benachbarten Gebäuden oder Leitungen. Ein weiteres Risiko: Der Grundwasserspiegel liegt hoch. Wird die Schottersäule nicht ausreichend tief im tragfähigen Horizont verankert, sackt sie ein. Wir berechnen daher immer den Grenzzustand der Tragfähigkeit (GZ 1) nach EC 7 und prüfen die hydraulische Stabilität bei Tidehub. Zusätzlich führen wir Setzungsprognosen mit der FE-Methode durch, um differentielle Setzungen zwischen Säule und Boden zu erfassen.
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Eurocode 7 – DIN EN 1997-1:2014 (Bemessung in Grenzzuständen), DIN 4094 (Rüttelverfahren und Stopfsäulen), DIN 18196 (Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke)
Zugehörige Fachleistungen
Setzungsprognose mit Finite-Elemente-Methode
Berechnung der differentiellen Setzungen zwischen Schottersäule und Weichboden unter Berücksichtigung von Grundwassereinfluss und Tidehub.
Rüttelverdichtung mit automatischer Aufzeichnung
Einbau der Schottersäulen mit GPS-gesteuertem Rüttelgerät und Echtzeit-Protokollierung von Energieeintrag und Tiefe.
Qualitätskontrolle durch Plattendruckversuche
Prüfung der Steifigkeit jeder zweiten Säule mittels statischer Lastplatte (DIN 18134) zur Abnahme der Tragfähigkeit.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Wie tief müssen Schottersäulen in Bremerhaven eingebaut werden?
In der Marsch reichen meist 5 bis 15 Meter, bis die Säulen den tragfähigen Sand oder Geschiebemergel erreichen. Die genaue Tiefe hängt von der Mächtigkeit der Weichschichten ab.
Welche Kosten sind für eine Schottersäulen-Bemessung in Bremerhaven üblich?
Der Kostenrahmen liegt zwischen 1.220 und 4.340 Euro, je nach Anzahl der Säulen, Bohrkernen und erforderlichen Gutachten. Bei größeren Rasterfeldern sinkt der Stückpreis.
Kann man Schottersäulen auch unter bestehenden Gebäuden einbringen?
Ja, mit speziellen Kurzrüttlern und abgewinkelten Einbaugeräten. Allerdings ist der Platzbedarf für die Maschinen hoch. In Bremerhaven haben wir das bereits bei Hafengebäuden umgesetzt.
Welche Norm gilt für die Bemessung von Schottersäulen in Deutschland?
Die maßgebliche Norm ist der Eurocode 7 (DIN EN 1997-1) in Verbindung mit DIN 4094 für das Rüttelverfahren. Die Tragfähigkeit wird im Grenzzustand GZ 1 nachgewiesen.