In Bremerhaven liegen die anstehenden Böden meist aus holozänen Ablagerungen der Wesermarsch vor: Weichschichten aus Klei, Torf und Feinsand mit hohem Grundwasserstand. Das erschwert jede Bodenerosionsanalyse, denn bereits geringe Strömungen im Untergrund können Feinteile mobilisieren. Unser Team führt die Untersuchungen nach DIN 19708 und DIN 19682-7 durch und ergänzt sie bei Bedarf mit einem geotechnischen Monitoring an Böschungen, die durch Wind- oder Wasserangriff gefährdet sind. Die Kombination aus Feldversuchen und Labordaten liefert ein verlässliches Bild der inneren Stabilität des Bodens.

Ein halber Meter Torf unter 30 cm Klei – bei Durchströmung reicht das für einen rückwärtigen Fortschritt von mehreren Dezimetern pro Jahr.
Methodik und Umfang
- Gefügeansprache in Schürfgruben nach DIN 4220
- Pinhole-Test zur Dispersionsneigung
- Crumb-Test (Emerson-Klasse) für Tonböden
- Bestimmung des Erosionswiderstands nach DIN 19708
Lokale Besonderheiten
Die DIN 19708:2005-02 fordert für Bauvorhaben an Küsten und Binnenwasserstraßen den Nachweis der Erosionsstabilität. In Bremerhaven, wo Deichlinien und Hafenerweiterungen direkt auf bindigen Weichschichten gründen, unterschätzen viele Gutachter die rückschreitende Erosion unter Wellenbelastung. Fehlt eine fundierte Bodenerosionsanalyse, entstehen Hohlkehlen an Böschungen, die im Extremfall zum Böschungsbruch führen. Unser Labor prüft die Dispersionsneigung nach Sherard und gibt eine klare Empfehlung, ob ein Bodenaustausch oder eine chemische Stabilisierung nötig ist.
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DIN 19708:2005-02 – Bodenbeschaffenheit – Ermittlung der Erosionsbeständigkeit, DIN 19682-7 – Bodenuntersuchungsverfahren – Felduntersuchungen – Bestimmung der Wasserdurchlässigkeit, DIN 4220 – Bodenkundliche Standortbeurteilung – Kennwerte und Benennung, DIN 18 – Standard Test Method for Identification and Classification of Dispersive Clay Soils by the Pinhole Test
Zugehörige Fachleistungen
Erosionsschutzplanung für Deich- und Hafenbauten
Wir erstellen Erosionsrisikokarten auf Basis von Kornverteilung, Dispersionsklasse und hydraulischer Gradient. Dazu gehören Empfehlungen für Deckwerke, Geotextilien oder Bodenaustausch in den empfindlichen Klei- und Torfschichten der Wesermarsch.
Bodenerosionsanalyse für Industrie- und Gewerbeflächen
Auf versiegelten oder ehemals landwirtschaftlich genutzten Flächen untersuchen wir die Auswaschungsneigung von Feinteilen unter Niederschlags- und Grundwassereinfluss. Das ist besonders relevant für Baugruben und Regenrückhaltebecken in Bremerhaven.
Typische Parameter
Häufige Fragen
Was kostet eine Bodenerosionsanalyse in Bremerhaven?
Der Aufwand hängt von der Anzahl der Prüfstellen und dem Umfang der Laborversuche ab. Für ein typisches Grundstück mit drei Schürfgruben, Pinhole-Test und Crumb-Test liegt der Richtwert zwischen 830 und 2.120 Euro inklusive Bericht. Bei größeren Deichabschnitten oder mehreren Profilen steigt der Preis entsprechend.
Welche Böden in Bremerhaven sind besonders erosionsanfällig?
Die organischen Torfschichten und die feinsandigen Kleiböden der Wesermarsch neigen bei Durchströmung zur inneren Erosion. Auch schluffige Marschensedimente mit geringem Tongehalt können dispersiv reagieren, sobald der Salzgehalt im Porenwasser wechselt – ein typisches Phänomen im Tidebereich.
Wann muss eine Bodenerosionsanalyse durchgeführt werden?
Die DIN 19708 schreibt sie vor, wenn Böschungen, Deiche oder Baugruben an stehenden oder fließenden Gewässern liegen. Auch bei Regenrückhaltebecken, Versickerungsanlagen oder Bauwerken in grundwassernahen Lagen in Bremerhaven ist die Analyse empfehlenswert, um spätere Setzungsschäden durch Feinteilaustrag zu vermeiden.
Wie lange dauert die Begutachtung?
Die Feldarbeiten mit Schürfgruben und Probenahme erledigen wir in ein bis zwei Tagen. Danach folgen die Laborversuche – Pinhole-, Crumb- und Korngrößenanalyse –, die etwa fünf bis sieben Werktage in Anspruch nehmen. Den Abschlussbericht erhalten Sie innerhalb von zehn Arbeitstagen nach Probeneingang.